Die Faszination der erotisierenden Örtlichkeiten

Eine Studie über Orientalismus

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Die Faszination der erotisierenden Örtlichkeiten
DATUM

Jun 8, 2025

AUTOR

Kenneth Norwood

BILD

Bildnachweis: Satyaki Sarkar Angkor

Haben Sie schon einmal ein Spiel gespielt, das angeblich Ihre Kultur oder Ihre Heimat darstellt, und sich gedacht: "Moment mal, das ist ja gar nicht so." Nun, da sind Sie nicht allein. Tatsächlich passiert das schon seit Hunderten von Jahren und ist in Videospielen immer noch weit verbreitet.

Denken Sie an Figuren wie Nathan Drake aus der Uncharted-Reihe oder Lara Croft aus Tomb Raider; Protagonisten, die durch die ganze Welt reisen, Menschen aus nicht-westlichen Gebieten treffen und diese Momente als Kulisse für ihre großen Abenteuer nutzen. Aber war Ihr Leben wirklich so? Ein belebter Basar voller Gefahren oder ein üppiges Paradies voller exotischer Vegetation? Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass ja, aber viel größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass nein.

Was ist Orientalismus?

In seiner einfachsten Form ist Orientalismus die Fantasie, die die westliche hegemoniale Kultur auf Gebiete projiziert, die nicht ihre eigenen sind. Edward Said prägte den Begriff 1978, aber er benutzte westliche Kunst und Literatur, um das Phänomen zu entlarven. Es ist auch heute noch in unseren Medien zu sehen, insbesondere bei der Darstellung asiatischer und nahöstlicher Gebiete.

Videospiele fallen auch heute noch in dasselbe Muster und stellen diese Orte als mystische, gefährliche oder exotische Länder dar. Dadurch wird nicht nur das "Anderssein" dieser Kulturen verstärkt, sondern sie werden auch nicht authentisch dargestellt.

Wie wirkt sich das auf Spiele aus?

Die Wahrheit ist, dass Orientalismus in der Welt der Online-Spiele leider nur allzu häufig anzutreffen ist. In Titeln wie Assassin's Creed, Far Cry und Call of Duty werden die Schauplätze des Nahen Ostens und Asiens häufig als kriegsgebeutelt, chaotisch und voller bösartiger Charaktere und korrupter Gesellschaften dargestellt. Da diese negativen Eigenschaften im Mittelpunkt stehen, werden Normalität, Gemeinschaft und Stabilität in diesen Darstellungen vergessen.

Die Welten in diesen Spielen zeichnen sich oft durch zerfallende Architektur, belebte Straßenmärkte mit aggressiven Händlern und ein allgegenwärtiges Gefühl der Unordnung aus, alles aus der Sicht eines westlichen Protagonisten. Sie werden oft nur als exotische Spielplätze für Abenteuer genutzt und stellen nicht die Komplexität und den Reichtum ihrer realen Gegenstücke dar.

Ein weiteres Paradebeispiel für Spiele ist die Uncharted-Reihe, in der nicht-westliche Orte oft als schöne, aber gefährliche Schauplätze genutzt werden. Die Menschen in diesen Regionen sind in der Regel entweder Hindernisse oder Wegweiser für den Protagonisten und erhalten nur selten Tiefe oder Einfluss. Dadurch werden nicht nur reale Kulturen falsch dargestellt, sondern auch schädliche Stereotypen über diese Orte als primitiv oder ewig in Aufruhr befindlich verstärkt.

Wie können wir dies bekämpfen und beheben?

Einer der effektivsten Wege, den Orientalismus in Spielen zu bekämpfen, ist die gemeinsame Entwicklung und das partizipative Design mit marginalisierten Gruppen. Das klingt zwar ziemlich offensichtlich, wird aber immer noch nicht oft genug angewandt. Spielestudios müssen Entwickler, Autoren und Künstler aus den Kulturen, die sie darstellen, einbeziehen, um Authentizität und Nuancen zu gewährleisten. Authentische Darstellung bedeutet mehr als nur visuelle Genauigkeit; sie erfordert ein Verständnis des kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Kontexts.

Ein weiterer Ansatz besteht darin, mehr Möglichkeiten für Entwickler aus nicht-westlichen Ländern zu schaffen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Indie-Spiele wie Raji: An Ancient Epic und Never Alone zeigen, wie Spiele kulturell reichhaltige Erzählungen aus der Perspektive derer, die sie erleben, darstellen können. Die Unterstützung dieser Entwickler und die Sicherstellung, dass sie Zugang zu Ressourcen und Plattformen haben, ist von entscheidender Bedeutung, um die Branche zu einer inklusiveren und respektvolleren Form des Geschichtenerzählens zu bewegen.

Wir bei WoU haben von dieser Indie-Spielkultur gelernt und werden die Erzählungen derer, die sie gelebt haben, nicht ändern. The World of Us wurde geschaffen, um die ehrliche Realität der Welt um uns herum widerzuspiegeln, so dass Kinder die Kulturen vieler Menschen kennenlernen und in ihnen spielen können.